Disziplinen


Die Klasse soll die Vielseitigkeit, den Arbeitswillen und die Vorwärtsbewegung im Arbeitstempo des Ranch Pferdes wiederspiegeln. Die Performance des Pferdes soll den Anforderungen an ein Ranch Pferd draußen im Gelände entsprechen. Bewertet werden die Fähigkeiten des Pferdes jederzeit kontrollierbar zu bleiben, auch in schnelleren Gangarten. Wenn es willig und gehorsam an den Hilfen steht, soll das belohnt werden. Eine leichte Verbindung des Zügels zum Gebiss wird belohnt, ein lang durchhängender oder ein ständig anstehender Zügel ist nicht erwünscht. Die Manier des Pferdes und die Qualität seiner Gangarten sind ausschlaggebend.

Reining (to rein = zügeln) ist eine schnelle Dressurprüfung im Galopp, die seit 2001 FEI-Disziplin ist und auf internationalem Niveau ausgetragen wird. Es werden fliegende Galoppwechsel, Spins (360°-Wendungen auf dem inneren Hinterbein), Rollbacks (180°-Wendungen), Sliding Stops (Gleiten auf der Hinterhand) und Back (Rückwärtsrichten) verlangt. Grosse, schnelle und kleine, langsame Zirkel sollen präzise und ohne Zügelanlehnung geritten werden (speed control). Ein gutes Tempo wird honoriert, das Pferd soll jedoch unter ständiger Kontrolle des Reiters sein. Die 10 verschiedenen Reining Pattern sind im Regelbuch vorgeschrieben.

Diese Prüfung ist eine Kombination der Disziplinen Trail, Western Pleasure, Western Riding und Reining. Die Prüfung zeichnet das Allroundpferd aus. Aufgrund der hohen Anforderungen an das Pferd, in allen Teilbereichen den Beurteilungskriterien der Einzeldisziplinen zu genügen, sind nur Seniorpferde zugelassen.

Western Riding ist eine ruhige, gleichmässig gerittene, elegant wirkende Galoppwechselprüfung. Es stehen vier verschiedene Pattern zur Auswahl, die je sieben bis acht fliegende Galoppwechsel vorschreiben. Dazu gehört eine Stange, die einmal im Jog und einmal im Lope überwunden werden muss. Am Schluss erfolgt das Anhalten und Rückwärtsrichten. Beurteilt werden die Ausführung des Patterns und die Qualität der Gänge, insbesondere der Galoppwechsel. Das Pferd sollte das Pattern in gleichbleibendem Tempo absolvieren und dabei durchlässig und aufmerksam sein.

Trail ist eine Gehorsamkeitsprüfung mit sechs verschiedenen Hindernissen, wovon drei vorgeschrieben sind: Das Durchreiten eines Tors, Rückwärtstreten und das Übertreten von vier Stangen im Schritt, Jog oder Lope. Zu den Wahlhindernissen können eine Brücke, das Tragen eines Gegenstandes oder ein Ground Tying (Pferd stehen lassen ohne anzubinden) gehören. Das ideale Trailpferd geht ruhig, aber aufmerksam; es überwindet die Hindernisse ohne zu zögern und bleibt gleichmässig in jeder Gangart.

Im Pleasure werden die drei Gangarten Walk (Schritt), Jog (langsamer, flacher Trab) und Lope (Arbeitsgalopp) beurteilt. Alle Pferde sind gleichzeitig in der Arena und werden auf linke und auf rechte Hand vorgestellt. Das ideale Pleasure-Pferd geht taktrein und gleichmässig in allen drei Gangarten. Es ist bequem zu sitzen, reagiert auf die leistesten Hilfen und präsentiert sich in einer natürlichen, zu seinem Gebäude passenden Aufrichtung.

In dieser Disziplin wird der Reiter bewertet. Sein Sitz soll korrekt und seine Hilfen präzis, aber kaum sichtbar sein. Das Pattern (Muster, das geritten werden muss) wird vom Richter bestimmt und dauert ca. 30 Sekunden. Anschliessendes Railwork (eine Art Pleasure) gehört dazu.

Das Pferd wird an der Hand nach einem Pattern, das vom Richter vorgeschrieben wird, vorgeführt. Bewertet werden die Exaktheit des Patterns, aber auch der Vorführer (Kleidung, Aufmerksamkeit usw.) und das Pferd. Dieses soll sauber geputzt sein, korrekt gepflegte Hufe haben und gesund sein. Das Showhalfter muss korrekt sitzen und ebenfalls gepflegt aussehen. Der Vorführer soll das Pferd beim «Set up» richtig platzieren und dem Richter freie Sicht auf das Pferd gewähren.